0 Wo die dicken Pötte durch müssen (Brunsbüttel)
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- 07-09-2022
2020 wurde die 125-jährige Jubiläumsfeier des Nord-Ostsee-Kanals von SARS-CoV-2 wie so vieles andere versemmelt. Der Besuch der Schleusenanlage in Brunsbüttel lohnt sich zur Zeit mehrfach: a) weil hier die dicken Pötte, Containerschiffe und Kreuzfahrtriesen durch müssen und zum Greifen nah sind, b) weil die künstliche Verbindung zwischen Nord- und Ostsee sowieso einen Besuch wert ist und c) weil zur Zeit die 5. Schleusenkammer – eine bauliche Herausforderung sondergleichen in Gange ist und voraussichtlich erst 2026 abgeschlossen sein wird.
Kanalmuseum Atrium
Ein bisschen Hintergrundwissen kann nicht schaden, dachte unser PR-Team. Das kleine Museum direkt am Kanal- und Yachthafen (kostenlose Parkplätze gleich nebenan, eine E-Ladesäule ebenfalls) beschäftigt sich mit der Geschichte des Kanal- und Schleusenbaus. Der Kanal wurde 1883 von Kaiser-Wilhelm I in Auftrag gegeben und von 1886–1914 in nur 8 Jahren gebaut und von Kaiser-Wilhelm II eröffnet. Die Eröffnungs-Party fand übrigens weder in Brunsbüttel, noch in Kiel Holtenau statt, sondern in Hamburg auf der Alster.
Zu Beginn des Besuchs führt uns ein kurzer Infofilm von 1979, wunderbar humorvoll und nostalgisch moderiert von Ohnsorgtheater-Schauspieler Karl-Heinz Krainbaum († 16. Oktober 2002), in das Thema NOK ein. In der Ausstellung des Museums sind viele originale Gegenstände aus der Zeit des Kanalbaus und Modelle zu bestaunen. Wer sich richtig für das Thema interessiert, spricht das Personal an, das zu jedem Artefakt eine Geschichte zu erzählen weiß.
Kanalfähre gratis
Wenn schon, denn schon. Bis zur Schleusenführung haben wir noch ein wenig Zeit, also bewegen wir unser Auto zum nahegelegen Fähranleger und lassen uns von der Kanalfähre Brunsbüttel über die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt ans andere Ufer und wieder zurück schippern. Übrigens: das kostet nichts, denn der Nord-Ostsee-Kanal ist eine künstliche Wasserstraße des Bundes und somit ist die Überquerung kostenlos. Wunderschön bei der Überfahrt ist hier sowohl der Blick in Richtung Ostsee, als auch in Richtung Schleusentore. Schlepper, Versorgungsschiffe, Yachten, Containerriesen und sicherlich auch bald wieder Kreuzfahrtschiffe sind hier mit etwas Fernweh zu bestaunen.
Am Yachthafen
Ein wenig Zeit bis zur Schleusenführung haben wir immer noch. Die nutzen wir für einen Cappuccino und eine heiße Schokolade auf der Terrasse vom Torhaus am Yachthafen. Hier gibt‘s auch Pizza und Pasta. Eben mal die Mails checken (freies WLan auf der kleinen Meile) und dann geht es wieder zurück zum Atrium, wo der Treffpunkt zur Schleusenführung unserer Erlebnis-Pur-Tour ist.
Schleusenführung
Noch bis 2026 hat die Schleusenführung ein Highlight mehr – das Schleusen Info-Zentrum zum Bau der 5. Schleusenkammer, dem aktuell größten Wasserbauprojekt in Europa. Nach dem sehr informativen Vortrag von Schleusenführerin Heidi Herrmann geht unsere Gruppe hinaus an die Schleuse, wo sich, fast wie verabredet, gleich zwei Containerschiffe treffen, die zeitgleich und in entgegengesetzen Richtungen in und aus dem Kanal geschleust werden.
Info:
www.schleuseninfo.de